Feb
09

Palmen


Palmen sind zwar wieder in ‘žMode”, doch viele potentielle Palmenliebhaber sind der Meinung, man brauchte unbedingt viel Platz, um sich eine solche Pflanze halten zu können; oder es ist die Erfahrung gemacht worden, dass Palmen in der Wohnung nur kümmerlich wachsen. Dabei gibt es auch bei den Palmen eine große Auswahl von Arten für kühle, warme, kleine oder große Räume. Leider gibt es nur wenig Literatur, die sich den Palmen in ihrer Vielfalt präzise und allgemein verständlich widmet.

Palmen haben ein weites Verbreitungsgebiet. Sie leben an den Ufern tropischer Meere, im Regenwald und in 2000 m hohen Gebirgslagen. Es sind etwa 3000 Arten bekannt. Sie werden nach der Blattform grob in zwei Gruppen geteilt, Fächerpalmen und Fiederpalmen.
Wenn die Palmen-Art nach den wohnungsklimatischen Vorgaben und nicht nach innenarchitektonischen Gesichtspunkten ausgesucht wird, sind kaum Enttäuschungen zu erwarten. Man kann zwar nicht jede Pflanze an jedem Platz kultivieren, aber es gibt für fast jeden Platz die passende Pflanze. Diese Urrechte der Natur können wir nicht ändern, wir können sie nur nutzen.

Selbstverständlich ist viel Licht nötig, wenn Palmen gut gedeihen sollen. Pralle Sonne ist aber fast immer zu viel des Guten. Das mag verwundern, besonders, wenn man an eine palmenbewachsene Oase in der Wüste denkt. Dort sind es jedoch nur die ausgewachsenen Palmen mit einer Höhe von oft über 15 m, die der Sonne direkt ausgesetzt sind. Solche kapitalen Pflanzen haben aber einen Platzbedarf, den keine Wohnung bietet. Zimmerpalmen haben immer die Bedürfnisse von Jungpflanzen; manchmal handelt es sich, wie bei der Kokospalme, im üblichen Verkaufsstadium lediglich um Keimlinge, und die wachsen selbst in ihrer Heimat in der Schattenzone der ausgewachsenen Exemplare. Waldbewohnende Palmen, die auch in der Heimat nicht besonders groß werden, sind sogar für schattige Plätze dankbar (zum Beispiel Chamaedorea elegans, die Bergpalme). Vermeiden Sie also grundsätzlich pralle Sonne und gewöhnen Sie Palmen, die die warme Jahreszeit gerne im Freien verbringen, bitte langsam an die helle Umgebung. Wählen Sie zum Abhärten zunächst einen schattigen Platz!

Sie möchten einen Blumenstrauß online versenden und wissen nicht wer am schnellsten einen frischen Blumenstrauß liefert? Welcher Blumenversand liefert pünktlich und frisch?

Auch die Temperaturansprüche fast aller Zimmerpalmen sind moderat; bei 18 – 25 °C fühlen sich die gängigen Arten durchaus wohl. Einige Arten lieben im Winter eher einen kühlen und dennoch hellen Platz (zum Beispiel Phoenix, Chamaerops und Howeia). Zwischen Tages- und Nachttemperatur sollte eine Differenz von 5 – 8 °C liegen.

Allgemein verlangen Palmen ein ständig leicht feuchtes Substrat. Ballentrockenheit führt zu braunen Palmen am Naturstandort nen Blattspitzen, und Staunässe öffnet Fäulnispilzen Tür und Tor. Nur einige wenige Palmen aus sumpfigen Heimatstandorten lieben ein anhaltendes Fußbad. Übertöpfe sind vor jedem Gießen auf Restwasser zu kontrollieren. Verwenden Sie niemals Wasser, das kälter ist als die Umgebungstemperatur der Pflanze. Selbstverständlich sind das Licht und die Umgebungstemperatur auch wichtig für die Häufigkeit der Wassergaben: in warmen Sommern muss täglich Wasser gegeben werden, im Winter reicht oft ein Gießvorgang für zehn Tage.

Die bisher beschriebenen Kulturfaktoren sind mehr oder weniger unproblematisch. Für die Häufigkeit negativer Pflegeerfahrungen mit Palmen ist eher der Bedarf an Luftfeuchtigkeit verantwortlich. Trachyearpus, Chamaerops oder Phoenix ertragen noch am ehesten trockenere Zimmerluft, wie sie in zentralgeheizten Wohnungen häufig anzutreffen ist, aber auch diese Arten sind für ein wenig mehr an Luftfeuchte dankbar. Zumindest in Pflanzennähe läßt sich die Luftfeuchtigkeit ohne große Probleme erhöhen. Hängen Sie im Winter wassergefüllte Verdunster an ihre Heizkörper, besprühen Sie täglich die Wedel Ihrer Palmen, oder installieren Sie in Pflanzennähe einen Zimmerspringbrunnen.

Den größten Effekt erzielt man mit wassergefüllten Schalen, in denen die Pflanzen auf einem Kiesbett stehen, ohne Wasserkontakt zu haben. Als Substrat ist jede strukturstabile und porenreiche Erdmischung geeignet. Gute handelsübliche Blumenerde mit Tonanteil bieten der Palmenwurzel einen optimalen Lebensraum. Das Umtopfen ist immer ein einschneidender Eingriff in das Pflanzenleben und sollte daher in der vitalsten Phase des Jahres durchgeführt werden, nämlich im Frühjahr. Junge Palmen werden jährlich verpflanzt, ältere nur noch, wenn der alte Topf wirklich zu klein geworden ist.

Das neue Gefäß sollte nur wenig größer sein als das alte. Palmentöpfe sollten eine hohe zylindrische Form haben. Die Wurzeln dürfen bei dem Eingriff möglichst nicht beschädigt werden, lediglich alte, trockene Wurzelteile sind zu entfernen, altes Substrat wird leicht ausgeklopft. Vor der Umpflanzaktion ist die Pflanze gut zu wässern. Nun zur Ernährung: Auch hier erweisen sich die Palmen als unproblematische Pfleglinge. Jungpflanzen und frisch umgetopfte Exemplare brauchen sechs Monate lang keine zusätzliche Ernährung. Ältere Pflanzen werden von März bis September jede Woche mit einem guten Blumendünger versorgt. Steht die Pflanze auch im Winter hell und warm, muss weiter gedüngt werden, die Abstände dürfen sich aber verdoppeln und die Konzentration wird halbiert.

Pflanzen werden grundsätzlich nur bei feuchtem Ballen gedüngt, sonst können hohe Salzkonzentrationen im Substrat Schäden verursachen. Der Grundsatz ‘žviel hilft viel” ist auch bei der Ernährung falsch. Halten Sie sich also an die Packungsangaben des Düngemittelherstellers. Als Faustregel gilt: 1 g Dünger je Liter Wasser.

Krankheiten und Schädlinge plagen Palmen selten, trockene Wedel und braune Stellen sind häufig auf Pflegefehler zurückzuführen (direkte Sonne, trockene Luft, kalter Wurzelbereich, Staunässe, Ballentrocken-heit oder zu kräftige Düngung). Solche braunen Stellen wirken oft unattraktiv und dürfen abgeschnitten werden. Bitte nicht ganz bis ins gesunde Gewebe schneiden, sonst trocknet automatisch ein weiteres Stück nach. Auch wenn ganze Wedel entfernt werden, sollte immer ein Stielrest an der Pflanze verbleiben. Auf Schildläuse, Spinnmilben, Thripse und Springschwänze ist regelmäßig zu achten, Pilzkrankheiten sind bei guter Pflege kaum zu erwarten.

Vermehrt werden Palmen durch Teilung oder durch abgetrennte Nebensprosse bzw. durch Ausläufer. Die meisten Palmen lassen sich gut durch Aussaat vermehren. Samen halten Spezialfirmen und Liebhabervereinigungen bereit. Wichtig ist, dass die Saat frisch ist. Mit Folie abgedeckt, keimen die Samen im allgemeinen gut in feuchter Blumenerde bei 25 °C. Allerdings ist Geduld gefragt: Es dauert mitunter mehrere Monate, bis der Samen keimt.
Bei sehr harten Samen kann durch Anfeilen der Schale oder durch Einweichen in Wasser die Keimdauer verringert werden. Der Keimling sollte nicht vorzeitig vom Samen getrennt werden, denn oft dient ihm dessen Nährgewebe noch als Depot.

Lassen Sie sich beim Kauf einer Palme gut beraten, dann müssen negative Pflegeerfahrungen nicht sein. Prinzipiell sind Palmen eher robuste Zöglinge.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von fee50

Weitere interessante Berichte:

  • Leider keine aehnlichen Berichte gefunden
  • Schreibe einen Kommentar